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Commodore C65 – …Tippfehler oder was!?

Commodore C65 – …Tippfehler oder was!?

C65alleine

Machine, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

In die Kategorie „Kuriositäten der Computergeschichte“ gehört sicherlich auch dieser Sprössling aus den letzten Jahren der Firma Commodore. Obwohl man mit dem AMIGA 500/2000 bereits erschwingliche und äußerst erfolgreiche Modelle auf den Markt gebracht hatte, wollte man den C64-Fans einen adäquaten Nachfolger ihres zugegebenermaßen etwas in die Jahre gekommenen Computersystems bieten. Denn trotz der deutlich höheren Leistungsfähigkeit in Sachen Grafik und Sound konnten sich viele C64-User nicht für das AMIGA-System begeistern.

Commodore C65, Gehäuse geöffnet

Machine, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Knackpunkt ist, das der 65er Commodore nicht über die Prototyp Phase hinauskam. Je nach Quelle wurden 50-2000 Prototypen des C65 verkauft, als das Unternehmen im Jahre 1994 Insolvenz anmelden musste. Im April 2022 wurde eines der seltenen Exemplare bei eBay angeboten. Drei Tage vor Angebotsende wurden bereits mehr als 25.000€ für das Sammlerstück geboten.

Über die Hardware schrieb die „64er“ in ihrer Ausgabe vom März´94:

  • CPU:
    Commodore CSG 4510 mit 1.02 und 3.5MHz
    neue Befehle
    Speicheradressierung bis 1 MByte
    UART für serielle Schnittstelle integriert
    2 CIA´s mit jeweils zwei I/O-Port
  • Speicher:
    128 KByte DRAM erweiterbar bis 4MByte mit interner Speicherkarte
    128 KByte ROM
    C64 Kernel und Basic 2.2
    C65 Kernel, Editor, Basic 10.0, Maschinensprache-Monitor (C128)
    Zeichensatz (40 und 80 Zeichen)
  • Video:
    Commodore CSG 4567
    RGB
    Composite NTSC oder PAL Video, Chroma und Luma getrennt
    Composite NTSC oder PAL, Monochrom
    HF-Ausgang NTSC oder PAL
    Genlock-Funktionen
    Alle originalen Video-Modi des C64
    40 oder 80 Zeichen
    Farbpalette
    16 Farben des C64
    256 Farben mit 16 verschiedenen Intensitäten, entspricht 4096 Farben
  • Audio:
    Commodore CSG 6581
    Stereo mit 6 Stimmen
    drei pro Kanal
    Programmierung wie beim C64
  • Floppy:
    internes 720 KByte-Laufwerk
    File-System kompatibel zur 1581
    Standart- CBM-Bus mit 4800 Baud
    schneller C-65-Bus mit 20 KBaud
    Burst C-65-Bus mit 50 KBaud
  • externe Ports:
    50 Pin Expansions-Port
    24 Pin User-Port
    Composite Video/Audio Ausgang
    Analog RGB Ausgang
    HF Video Ausgang
    serieller Port(1541, 1571, 1581, Drucker)
    externe Floppy (Mini DIN-Stecker)
    2 Joystick Ports
    2 Audio Ausgänge (Stereo)
    interne Speichererweiterung
  • Tastatur:
    77 Tasten, einschließlich der 64 C64-Tasten
    8 Funktionstasten
  • Stromversorgung:
    externes Netzteil mit 5Volt, 2.2Ampere und 12Volt, 0.85 Ampere

(Quelle: „64er“ 03/94)

 

Commodore C65, Startbildschirm

The original uploader was Tom Knox at German Wikipedia., Public domain, via Wikimedia Commons

Bleibt die Frage, woher die Prototypen stammen? So viel bekannt (Quelle: Zeitschrift „64er“)
Der C65 wurde in den USA entwickelt, die Boards wurden in Hongkong produziert. Wenn eine Firma pleite geht und schließlich abgewickelt wird, wird alles zu Kohle gemacht. So erging es auch den 65er Prototypen! Die Firma Grapevine Group kaufte die Geräte aus einer Lagerauflösung von Commodore.

Und wie kam es, dass dieses Gerät nie auf den Markt kam?
Bereits 1991 hatten alle Commodore-Niederlassungen den C65 abgelehnt. Ein letzter Test in Frankfurt sollte zeigen, ob der 65er wenigstens in Deutschland eine Zukunft haben könnte. Wegen zahlreicher Inkompatibilitäten wurde das Projekt schließlich auch von Commodore Deutschland abgelehnt. Alle Testgeräte wurden an das Hauptquartier in West Chester/USA zurückgeschickt.

 

Bei der Firma WSC in München konnten sich Computertüftler und Hardwarefreaks erkundigen, ob noch Geräte verfügbar sind. Ein C65 inkl.220 Volt Netzteil war dort zum Preis von 598 DM erhältlich.. Hierbei handelt es sich jedoch um den Stand von 1994. Also bitte jetzt nicht bei dieser Firma anrufen und nach einem C65 fragen 😉

Ach Leute… man kann sich die guten alten Zeiten so schön rosarot malen ;-P
Wäre die Welt besser geworden, wenn der C65 das Licht der Welt erblickt hätte? Hatte uns der AMIGA nicht alles gegeben, was wir brauchten? Tolle Grafik, toller Sound… man konnte sogar eine Festplatte betreiben!
Vielleicht wollte man bei Commodore noch einmal eine komplette Eigenentwicklung auf den Markt bringen. Der AMIGA wurde schließlich bei AMIGA als Spielkonsole entwickelt.

Mit diesem Artikel möchte ich euch nur den Mund wässrig machen, auf noch mehr Informationen. Diese findet ihr in den Quellenangaben weiter unten.

 

So, macht euch keinen Kopp, ich muss ma… ach Moment! Ich habe noch einen Leckerbissen für euch parat. Also, ICH jetzt nicht direkt…

Die Firma Trenz Electronic bietet einen MEGA65 an, also quasi einen C65 der Neuzeit. Schaut euch das verrückte Teil mal an! Das Ding sieht genauso aus wie ein C65 und wird in verschiedenen Batches, On Demand produziert. D.h. ihr kauft einen und müsst dann warten, bis er produziert ist.

 

Aber jetzt, denkt an euren Kopp! Ich muss mal wieder los…

Bis denne…

 

Quellen:
WikipediaCBM Museum von Kuto (für Fans von Commodore ein absolutes Muss!)

Beitragsbild:
Machine at de.wikipedia, CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

 

 

 

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